Newsletter 02 – Die Autonomie als Grundlage für unsere Kultur

„Über den Tellerrand hinaus“

Es muss möglich sein, auch ohne die oft zitierte Nabelschau, über die Zukunft unseres Landes zu sprechen. Der Blick über unser Land hinaus ist wichtig; die Entwicklung Südtirols kann meiner Meinung nach nur mit jener Europas einhergehen. Das Europa der Regionen soll keine Worthülse bleiben, sondern mit Leben gefüllt werden. Jede und jeder Einzelne ist hierbei gefordert.

Über die Brückenfunktion Südtirols an der Schnittstelle zwischen deutschem und italienischem Kulturraum wurde und wird viel gesprochen. Wir haben das große kulturelle und wirtschaftliche  Potential welches darin liegt noch viel zu wenig genutzt. Um dies zu erreichen, ist es notwendig, die Sprachkompetenzen unser Kinder zu stärken. Diese Herausforderung und Chance sollten wir noch mehr als bisher annehmen und gestalten: und zwar gemeinsam mit den drei hier lebenden Sprachgruppen.

Die Kultur ist die Basis unserer Autonomie; dafür wurde in Südtirol in der Vergangenheit viel getan und dafür möchte ich mich auch weiterhin einsetzen. Unsere Kulturvereine und -verbände können - wie in Österreich und Bayern - ihre Aktivitäten ausüben und ihre Traditionen pflegen. Und sie tun es mit großer Begeisterung. Das stiftet Identität, vermittelt ein Heimatgefühl und verbindet die Menschen. Das Neben- und Miteinander von Volkskultur und zeitgenössischer Kunst und Kultur hat in Südtirol zu einer lebendigen Kulturlandschaft geführt.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Basis unserer Autonomie der Schutz der sprachlichen und kulturellen Minderheiten ist. Deshalb ist die Kulturpolitik gerade in Südtirol von zentraler Bedeutung. Die Verbindung von Tradition und Zeitgenossenschaft, von gelebten Werten und Offenheit soll uns dabei Wegweiser sein in eine gelingende Zukunft unseres Landes.