Newsletter 06 – Drei Mal Sachpolitik

"Alle Karten auf den Tisch" 

Technologiepark: Dieser Investition stehe ich sehr kritisch gegenüber. Technologische Innovation lässt sich weder verordnen noch zentral planen. Deshalb ist es in diesem Bereich besser, Geld in Köpfe zu investieren, als in Mauern. Wissen ist Kapital für unser Leben. Für mich hieße das: Intensivierung und weitere Qualitätssteigerung der praktischen Berufsausbildung, Ausbau der Netzwerke zwischen bestehenden Lehr-  bzw. Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie Schaffung der dafür erforderlichen Infrastrukturen. Der Ausbau des Breitbandnetzes ist dabei vorrangig.

Flughafen: Beim Flughafen ist es an der Zeit, endlich reinen Wein einzuschenken und alle Karten auf den Tisch zu legen. In der jetzigen Form bringt der Flughafen wenig, außer Kosten. Ich würde mich deshalb dafür einsetzen - unter Berücksichtigung der europäischen Erfahrungswerte und Entwicklungen in diesem Bereich - ein Konzept für einen Südtiroler Regionalflughafen zu erarbeiten, in welchem auch die genaue Zahl der angepeilten Starts und Landungen festzulegen sind. Darin muss genauestens dargelegt werden, welche Kosten und welcher Nutzen mit einer solchen Einrichtung verbunden wären. Dabei müssen die Umweltbelastungen (Lärm, Abgase) und die zu erwartenden Kosten für die öffentliche Hand genauso offen gelegt werden, wie der erwartete Nutzen durch die verbesserten Erreichbarkeit und die damit verbundene direkte und indirekte Wertschöpfung. Ein so erarbeitetes Konzept muss dann veröffentlicht werden, damit alle Interessensgruppen und Parteien ihre Stellungnahme abgeben können. Anschließend an diese öffentliche Diskussion soll dann mit einer landesweiten Volksabstimmung entschieden werden.

Medical School: Ich bin der Meinung, dass Südtirol keine Medical School in der vorgeschlagenen Form braucht. Wir haben eine ausreichende Zahl von Medizinstudenten und -absolventen. Woran es uns aber mangelt, sind attraktive Arbeitsplätze für Jungärzte bzw. Facharztausbildungsplätze. Das ist der Hauptgrund, warum die jungen Ärzte nicht nach Südtirol kommen. Das Geld wäre deshalb meiner Meinung nach besser eingesetzt, wenn wir die Kooperation mit der Universität Innsbruck weiter vertiefen. Dadurch könnten in unseren Krankenhäusern Lehrabteilungen eingerichtet werden, in denen Jungärzte unter der Führung von habilitierten Primaren ihre Ausbildung abschließen. Sinnvoll wären auch damit verbundene Stipendien für ein Auslandssemester. Ein solches Angebot würde viele junge Ärzte ins Land locken und insbesondere unseren Südtiroler Medizinabsolventen die Rückkehr schmackhaft machen. Wir machen nicht unbedingt alles besser, wenn wir es selber bzw. alleine machen; auch die hohen Kosten und die Schaffung einer weiteren Landesstruktur schrecken mich ab.